Wälder als Zufluchtsort
Berneck im Jahr 1945
Die
umliegenden
Wälder
von
Bad
Berneck
dienten
den
einheimischen
Bürgern
während
Tieffliegerangriffen
am
10.
und
11.
April
1945
sowie
am
15.
April
1945 kurz vor dem Einmarsch amerikanischer Truppen aus Furcht vor Gewalt als Zufluchtsort.
Ein
Zeitzeuge
berichtet:
„Der
folgende
Tag
–
Montag,
16.4.1945
–
brachte
die
ersten
Anordnungen
der
Besatzungsmacht
über
die
Einführung
von
Sperr-
und
Ausgehzeiten,
Ablieferung
der
Schuss-
und
Stichwaffen,
Fotoapparate,
Feldstecher
und
Operngläser.
Während
die
Schusswaffen
durch
deutsche
Polizei
zerstört
werden
mussten,
wurden
die
Fotoapparate
und
Operngläser
von
den
amerikanischen
Soldaten
als
Souvenirs
mitgenommen
…
Der
amerikanische
Ortskommandant
wurde
im
Hotel
Bube
untergebracht,
während
sich
der
Rest
der
Truppeneinheiten
die
schönsten
Häuser
im
Ort
aussuchte,
woraufhin
dessen
Besitzer
zu
Bekannten
flüchten
mussten.
Am
16.
April
1945
mussten
alle
Männer
zwischen
18
und
55
Jahren
auf
dem
Marktplatz
antreten
und
wurden
auf
LKWs
in
die
Arbeitslager
nach
Kulmbach und Bad Kreuznach abtransportiert und kehrten erst nach Wochen und Monaten völlig abgemagert wieder zurück.“
Durch
den
Einmarsch
der
Amerikaner
und
der
Versorgungsabschneidung
vom
zerstörten
Bayreuth
begann
eine
gefährliche
Krise
der
Lebensmittelversorgung.
Glücklicherweise
lagerten
in
der
„Mühle“
Konserven
des
ehemaligen
Reservelazaretts,
welche
vom
Stadtrat
noch
rechtzeitig
in
Sicherheit
gebracht
wurden.
So
konnten
Plünderungen
verhindert
werden.
Mittels
Lebensmittelkarten
wurde
die
Versorgung
durch
behördliche
Zuteilung
in
geordnete Bahnen gelenkt, um die Bevölkerung vor einer Hungerkatastrophe zu bewahren.
Auch
der
Flüchtlingsstrom
erreichte
Berneck
während
und
nach
dem
Krieg.
So
wurden
ca.
1000
Vertriebene
aus
Ostpreußen,
Schlesien,
Böhmen
und
dem
Sudetenland nach einer oft schwierigen Eingliederung hier sesshaft.
Als
die
US-Truppen
Anfang
April
in
Lanzendorf
Stellung
nahmen,
gab
das
örtliche
Militärkommando
den
Befehl
heraus,
Panzersperren
zu
errichten
und
die
Stadt
gewaltsam
zu
verteidigen.
Auch
wurde
die
1785
erbaute
Mainbrücke
als
Präventionsmaßnahme
gesprengt.
Nach
zunächst
erfolglosen
Verhandlungen
des
örtlichen
Bürgermeisters
–
dieser
fürchtete
zu
Recht
die
Zerstörung
seiner
Stadt
durch
die
geplanten
Kampfhandlungen
–
flüchteten
die
Kampftruppen
im
letzten
Moment
vor
dem
Anmarsch
der
Amerikaner.
So
konnte
die
Stadt
kampflos
den
Amerikanern
übergeben
werden
mit
der
Folge,
dass
die
Bevölkerung die Wälder verließ und in die Stadt zurückkehrte.