Ort und Natur als Inspirationsquelle
Die romantische Lage des Ortes zog schon ab dem 18.Jahrhundert namhafte Dichter, Künstler und Wissenschaftler nach Berneck. Ihre begeisterten Reiseberichte, Ölgemälde, Radierungen, Lieder und auch wissenschaftliche Abhandlungen führten zu einer Art frühem Tourismus. Die Romantiker könnte man als Wegbereiter bezeichnen, die dabei halfen die Stadt später zur erfolgreichen Kurstadt zu machen.
Joseph von Eichendorff (1788-1857) fand auf seinen Wanderungen durch das Ölschnitztal die Inspiration zu seinen lyrischen Liedern „O Täler weit, o Höhen“ und „Wer hat dich, du schöner Wald“.
Im Jahr 1810 schrieb ‚Ludwig‘ in seinem Reisetagebuch über den Augenblick als er von der Höhe der Burgen ins Tal (auf den heutigen Kurpark) hinunterblickte:
Wir standen, wie auf der Zinne des Tempels, und überschauten die Herrlichkeit, wo nicht der Welt, doch der Natur und dieses Thals, das dem Lebensmüden eine stille Zuflicht anzubieten scheint, das ihn auf der einen Seite in Felsenklüften der Welt verbergen, an den grünenden und blühenden Ufern des seine Mitte durchrauschenden spiegelhellen Perlenbachs wieder mit ihr aussöhnen, und von der andern Seite, wo es sich in eine liebliche Rotunde ausschließt, wieder ihr zuführen kann.
Der Schriftsteller Nikolaus Lenau (1802-1850) verarbeitete seine Eindrücke von der Schönheit der hiesigen Natur in seinem Gedicht „Lieblich war die Maiennacht“.
Jean Paul (1763-1825) besuchte häufig den romantischen Ort und würdigte ihn in mehreren Werken.
Ludwig Tieck (1773-1853) genoss als Dichter der Romantik das liebliche Ölschnitztal und verfasste 1795 die Tragödie „Karl von Berneck“.
Weitere Dichter wie August von Platen (1796-1835), Wilhelm Wackenroder (1773-1798) oder Karl Immermann (1796-1840) sammelten an diesem schönen Ort Gedanken und Ideen für ihre Werke.
Der weltberühmte Alexander von Humboldt (1769-1859) suchte als Oberbergmeister für wissenschaftliche Studien Berneck auf und schwärmte von der hiesigen Schönheit.
Der Maler Ludwig Richter (1803-1884) verewigte Berneck auf einer der berühmtesten historischen Stadtansichten, welche er in seinem 1837 erschienenen Reisewerk „Das malerische und romantische Deutschland“ veröffentlichte.
Auch der berühmte Komponist Richard Wagner (1813-1883) machte sich von Bayreuth in die „Perle des Fichtelgebirges“ auf, dessen Sohn Siegfried Wagner (1869-1930) war sogar ein regelmäßiger Gast in Berneck.
Noch heute erinnern zahlreiche Wegenamen oder einzelne Gedenksteine an die Besuche dieser großen Persönlichkeiten.